Auferstanden aus Ruinen: Ostdeutsche Städte

Nach der deutschen Wiedervereinigung im Jahre 1990 versprach der damalige Kanzler Kohl den Ostdeutschen „Blühende Landschaften“ und weil das naturgemäß nicht schnell genug ging, wurde der Politiker der Einheit später abgewählt. Wer freilich heute Städte wie Dresden oder Leipzig besucht, vielleicht einen Abstecher nach Görlitz, Weimar, Erfurt oder auch Rostock macht, der findet zweifelsohne wunderschöne Metropolen, aufwendig restauriert und in altem Glanz erstrahlend.

Sachsen: Kunst und Handel im Spiegel der Zeiten

Dresden ist mit seinen rund 540.000 Einwohnern eine durchaus große Stadt, zumal im Osten, und bietet den Besuchern Hochkultur vom Feinsten. Dazu zählen nicht nur die architektonisch beeindruckenden Barockbauten entlang der Elbe, sondern es sind daneben gerade die weltbekannten Museen wie die Gemäldegalerien und das Kupferstichkabinett. Zwischen Zwinger, Semperoper und Schloss zu spazieren ist ein unvergessliches Erlebnis, zumal der Blick auf das Elbtal bis vor kurzem sogar noch als Weltkulturerbe zählte.

Auch Leipzig kann bestechen, schließlich ist die mit etwa 550.000 Einwohnern größte ostdeutsche Metropole nach Berlin eine Messestadt und der Charakter des Handels als wichtigem Wirtschaftszweig ist überall sichtbar. Dazu kommen Orte wie Auerbachs Keller, das Völkerschlachtdenkmal und die für die deutsche Einheit so wichtige Universitätskirche.

Thüringen und Sachsen Anhalt: Schlösser, Burgen, Weimarer Klassik

Sachsen Anhalt ist mit Städten wie Halle und vor allem Magdeburg eine Art urdeutsches Kernland, finden sich hier doch Kaiserpfalzen und berühmte Kirchenbauten. Dies betrifft nicht nur die alten Könige und Kaiser des Mittelalters, sondern auch die jüngere Religionsgeschichte rund um Martin Luther. Magdeburg hat ungefähr 240.000 Einwohner, was klein sein mag, in der Region jedoch schon als Metropole gilt.

Demgegenüber ist das vor allem landschaftlich reizvolle Thüringen ähnlich ausgestattet und Orte wie Erfurt, Jena oder Eisenach erreichen gerade mal so die sechsstellige Einwohnerzahl. Aber die Städte locken mit großer Kultur, mit architektonischem Reichtum und gerade das noch kleinere Weimar ist für Literatur und Kunst a la Goethe, Schiller und Co weltberühmt.

Rostock und Schwerin als Metropolen im Nordosten

Rostock ist mit rund 200.000 Einwohnern erstaunlicherweise nicht Landeshauptstadt Mecklenburg Vorpommerns und ist natürlich auch beim Hafen nicht Hamburg, aber trotzdem einen Besuch wert. Die Geschichte als reiche Handelsstadt ist präsent, das gilt übrigens auch für kleinere Orte wie Warnemünde, Wismar und Greifswald. Und Schwerin als politisches Zentrum weiß mit seinem Schloss zu begeistern, mit einem idealen Zusammenspiel aus Natur und urbanem Lebensraum. Hier leben rund 100.000 Menschen.